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Transatlantiker des Tages: Wolfgang Clement

August 1, 2008

Wolfgang Clement brauchen wir an dieser Stelle nicht weiter vorzustellen. Der Mann war u.a. tätig als Chefredakteur der „Morgenpost“, oder auch als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Und was nicht einmal Hitler sich traute, brachte Bundeskanzler Gerhard Schröder fertig: er legte die bis dato unabhängigen Bundesministerien für Arbeit und für Wirtschaft einfach zu einem „Superministerium“ zusammen. Die bislang sensibel getrennten Bereich der Abhängig Beschäftigten und die der Unternehmer wurden ganz einfach unter ein Dach gebracht, wobei unter den gegebenen Umständen klar war, dass der Bereich der abhängig Beschäftigten zukünftig nach der Logik der „Unternehmer“ ministeriell versorgt werden würde. Erster „Superminister“ wurde bekanntlich besagter Wolfgang Clement.

Und wie dieser Wolfgang Clement die Interessen der abhängig Beschäftigten abwickelte, zeigt folgendes Beispiel aus der Wochenzeitung die ZEIT aus dem Jahre 2003:


Paragrafen lauern überall

“Das deutsche Arbeitsrecht sei „schwer kalkulierbar“, sagt Ulrich Jordan, Personalchef der Citibank Deutschland. Die Rechtsprechung sei „einseitig auf die Interessen der Arbeitnehmer ausgerichtet“. Jordan, der eine Zeit lang Europa-Personalchef war und deshalb das Arbeitsrecht der Nachbarländer gut kennt, findet vieles „nur noch absurd“. Dabei geht es gar nicht in erster Linie um den Kündigungsschutz, über den derzeit so laut gestritten wird. Willkür und Wirrwar und ein schwer überschaubares Regeldickicht überfordern selbst Spezialisten.

Genau hier will Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement jetzt ansetzen. Bis zur Sommerpause will er eine „große Arbeitsrechtsreform“ vorlegen, bis Mitte März die entsprechenden Eckpunkte erarbeiten lassen. Ein gigantisches Vorhaben, vergleichbar am ehesten mit der regelmäßig beschworenen und nie verwirklichten Vereinfachung des Steuersystems. Einige hoch umstrittene Gesetze fallen darunter – der gesetzliche Kündigungsschutz zum Beispiel und die betriebliche Mitbestimmung. Hinzu kommen Tausende Einzelbestimmungen, die von A wie Ausbildungsverordnung bis Z wie Zeitarbeitsgesetz reichen und die in deutschen Büros und Fabriken nur wenig dem Zufall überlassen“.

Quelle: Die Zeit27. 02. 2003

Es ist ja nicht erlaubt, einem Minister während seiner Amtszeit von privater Seite aus finanzielle Belohnungen zukommen zu lassen, wenn er sein Amt einsetzt, um einer privaten Firma zu Diensten zu sein. Längst ist es daher schöne Sitte geworden – wie schon seit Jahrzehnten in den USA – den Minister nach dessen Ausscheiden aus dem Amt mit einem hochdotierten Amt im Aufsichtsrat zu belohnen.

Von daher ist es vielleicht nicht mehr ganz so erstaunlich, wenn Wolfgang Clement einer ganzen Reihe von Firmen, deren Kernanliegen in Clements Amtszeit als Wirtschaftsminister besonders zuvorkommend berücksichtigt wurden, jetzt als Beirat zur Verfügung steht. Die unten genannten Posten, die Clement jetzt bekleidet, verlangen allesamt keinen klar definierten Arbeitsauftrag. Herr Clement wird höchstwahrscheinlich mit diesem halben Dutzend respektablen Posten nicht gerade bis an die Grenze der menschlichen Leistungsfähigkeit gefordert werden …

Zum „Transatlantiker des Tages“ qualifiziert sich Clement insbesondere durch seine Mitarbeit bei der Citigroup. Herzlichen Glückwunsch, Herr Clement!

Dussmann AG & Co. KGaA, Berlin (Aufsichtsrat)

M DuMont Schauberg GmbH & Co. KG, Köln (Aufsichtsrat)

Landau Media AG, Berlin (Aufsichtsrat)
RWE Power AG, Essen (Aufsichtsrat)

Wolters Kluwer Germany, Köln-München (Beirat)

Citigroup Global Markets Deutschland AG & Co. KGaA, Frankfurt (Beirat)

Chairman Adecco-Institut, London (Beirat)

From → Artikel

2 Kommentare
  1. Ein echter aSozialdemokrat und Kapitaldiener!

Trackbacks & Pingbacks

  1. What’s new « USAControl

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