Galerie der Transatlantiker: Thomas „Tom“ Enders

Mit Thomas Enders haben wir ein Paradebeispiel des in Deutschland relativ neuen Karrietypus mit Drehtüreffekt vor uns. „Revolving Door Effect“ bedeutet in den USA: eine Person wechselt im Laufe ihres Berufslebens munter zwischen Militär, Wissenschaft, Geheimdiensten, Politik und Wirtschaft hin und her und steigert ihren persönlichen Kurswert von Etappe zu Etappe immer weiter. Thomas Enders hat außer dem Geheimdienst alle Stationen durchlaufen.

Geboren wird Thomas Enders am 21. Dezember 1958 als Sohn eines Schäfers im Westerwald. Von Beginn an fasziniert ihn die Fliegerei. Nach dem Abitur 1977 wird er Fallschirmjäger bei der Bundeswehr und steigt dort schließlich zum Major auf. Gleichzeitig studiert er Politik und Geschichte, sowie im Nebenfach Wirtschaftswissenschaften in Bonn und an der University of California in Los Angeles. Er promoviert 1987 mit dem Thema: „SPD und die äußere Sicherheit“.

Zu dieser Zeit hat Enders schon in der Politik Fuß gefasst als Assistent im damals noch Bonner Bundestag zwischen 1982 bis 1985. Von 1985 bis 1987 sehen wir ihn als Wissenschaftlichen Mitarbeiter der Konrad Adenauer-Stiftung. 1988 ist er gleichzeitig wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), einem Filialinstitut des New Yorker Council on Foreign Relations; und zur gleichen Zeit ist Enders tätig als Senior Research Associate im International Institute for Strategic Studies in London. Spätestens hier ist Thomas Enders fest eingebunden in das internationale proamerikanische Netzwerk.

1989 bis 1991 steigt Enders in die praktische Politik ein als Mitglied des Planungsstabs im Verteidigungsministerium unter Gerhard Stoltenberg. Die dort geknüpften Beziehungen ermöglichen ihm 1991 den Seitenwechsel in die Industrie: er arbeitet bis 1995 in der Marketingabteilung von Messerschmidt/Bölkow/Blohm/DASA in München. 1995 wird er für ein Jahr Geschäftsführer und Vorsitzender im Aufsichtsrat der DASA; zwischen 1996 und 2000 Direktor der Abteilung „Corporate Development and Technology“ der DASA. 2000 „Head of Defence and Security Systems Divisions“ beim neugebildeten Superkonzern EADS.

Schließlich 2004 der Sprung an die Spitze der EADS als Vorstandsvorsitzender, in Doppelspitze mit dem Franzosen Louis Gallois. Dann, nach heftigen Grabenkämpfen zwischen der französischen und der deutschen Mehrheitsfraktion bei EADS, steigt Gallois zum alleinigen Chef von EADS auf – Enders wird im Gegenzug alleiniger Chef des prominentesten Einzelunternehmens in der EADS, nämlich Airbus.

Damit ist kurz und doch sehr umständlich der erstaunlich schnelle Durchmarsch des Thomas Enders aus der westerwälder Pastorale in die Schaltstellen europäischer Sicherheitspolitik beschrieben. Wie kann es angehen, dass ein Mann um die Mitte Vierzig an der Spitze eines der kompliziertesten, am meisten verschachtelten und politisch sensibelsten Konzerngebildes in Europa stehen kann? Ein Mann, der Wirtschaftswissenschaft nur als Nebenfach studiert hat? Der keine Grundausbildung in der freien Wirtschaft genossen hat? Der aber, wie Business Week dokumentierte, im Jahre 2007 als CEO bei EADS 1.218.157 Euro Grundgehalt verdiente, und dazu einen Bonus von 800.275 Euro; also alleine als Werkleiter – ohne seine sonstigen Jobs, als 49jähriger Mann über 2 Millionen Euro verdient.

Die EADS (European Aeronautic Defence and Space Company) ist ein mühsam zusammengeklütertes Konglomerat aus früher bereits mühsam und nur mit politischem Begleitschutz zusammengeklüterten Konglomeraten: deutscherseits die DASA, in der viel Mercedes Benz drinsteckte; die französischen Riesen Aerospatiale und Matra, und als Leichtgewicht die spanische CASA. 70 Produktionsstandorte, vornehmlich in Europa, 116.800 Mitarbeiter und die Eiferüchteleien von Frankreich, Deutschland und Spanien müssen unter einen Hut gebracht werden. So unterschiedliche Produkte wie: Zivilflugzeuge, Jagdbomber, Truppentransporter, Lenkwaffen, Hubschrauber, Raketen und Sicherheitsdienstleistungen aus unterschiedlichsten, früher spinnefeind gewesenen Unternehmenseinheiten müssen jetzt an einem Strang ziehen. Dieser Verschmelzungsprozeß aus unterschiedlichsten Unternehmenskulturen ging nicht ohne Reibungen und Verluste vonstatten. Korruptionsanklagen und nicht eingehaltene Liefertermine sind bei so einem unternehmerischen Mischsalat naturgemäß fast unvermeidlich.

So fällt in die Ära Thomas Enders ein relativer Niedergang der Airbus-Abteilung: hatte Airbus seinen größten Rivalen beim Jahresumsatz bereits überholt, so fiel Airbus in den letzten Jahren wieder weit hinter den Riesen aus Seattle zurück. Als Ursache seien hier nur die Lieferverzögerungen beim Riesenjet A 380 zu nennen. Doch auch der von dem EADS-Ableger Military Transport Aircraft angebotene Großtransporter A 400 M kommt und kommt nicht aus dem Hangar, sodass die Bundesluftwaffe auf eine wesentlich geräumigere und altbewährte ukrainische Maschine zurückgreifen muss.

Trotzdem fliegt Thomas Enders geradezu unrter Vermeidung der Schwerkraft in immer neue leitende Positionen: im April 2005 kürt ihn der Bundesverband der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie BDLI zu ihrem Präsidenten. Im Oktober des selben Jahres wird Enders Präsident des ASD, dem europäischen Verband der Luftfahrt-, Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie. Enders ziert zudem den Aufsichtsrat der Deutschen BP Aktiengesellschaft. Als Aufsichtsratsvorsitzender kontrolliert er die in die EADS eingegliederten traurigen Reste des einstmals legendären Flugzeugbauers Dornier.

Es ist bis hierher gewiss schon deutlich geworden, wie wichtig für das persönliche Fortkommen heutzutage die Zugehörigkeit zu mächtigen Netzwerken ist. Über die DGAP und die Konrad-Adenauer-Stiftung hatte sich Enders eingeklinkt in den Konnex der mit den USA eng verbandelten Bruderschaften. Im Jahre 2005 avanciert Enders als neuer Präsident der Atlantikbrücke zu einer der nachwachsenden Führungsgestalten eben dieser Netze. Im Februar wird Enders für seinen Kampf um die US-amerikanischen Interessen in Europa beim Wettbewerb „Best of European Business“ mit dem Sonderpreis in der Disziplin „Transatlantische Beziehungen“ ausgezeichnet. Begründung laut Financial Times Deutschland (25.2.2008): „Die Jury zeichnet ihn für sein berufliches und persönliches Bemühen aus, die Bande zwischen Deutschland und den USA zu festigen.“

Es ist unter diesem Gesichtspunkt schon interessant, welche Unternehmenspolitik Thomas Enders der EADS (in der er ja immer noch ein gewichtiges Wörtchen mitzureden hat) und „seiner“ Airbus verordnet. Machen wir uns einmal klar, welchen Zweck die EADS erfüllt. Es gibt auf der Welt z.Zt. vier große Machtblöcke: die USA, Russland, China und die Europäische Gemeinschaft. Alle vier Machtblöcke unterhalten je eigene Konglomerate, die in fließendem Übergang die Bereiche: zivile Luftfahrt, militärische Luftfahrt, militärische und zivile Raumfahrt, Schiffbau, zivil und militärisch, und andere Technologien hervorbringen, die im Bedarfsfall der Verteidigung oder dem Angriffskrieg dienen können. Diese Konglomerate sind jeweils mehr oder minder eine Kombination aus privater und staatlicher Wirtschaft.

Diese schwer als rein staatlich oder rein privat zu qualifizierenden Konglomerate werden von den jeweiligen Machtblöcken argwöhnisch beaufsichtigt, dass sie auch wirklich nur den eigenen nationalen Sicherheitsinteressen dienen, und nicht etwa sensible Technologie an andere Blöcke weitergeben, bevor diese Technologie nicht veraltet ist. Besonders argwöhnisch wacht die Regierung der USA über ihren Militär-Industriellen Komplex. So achtet das Pentagon darauf, dass Lockheed Martin oder Boeing die Fertigung ihrer empfindlichen Komponenten keinesfalls ins Ausland auslagert. „Nationale Sicherheit“ hat absoluten Vorrang vor Kostenersparnisgründen.

Nun, machen wir uns nichts vor: auch die EADS wurde von den Regierungen Frankreichs, Deutschlands und Spaniens wohlwollend nach Kräften unterstützt, um einen eigenen europäischen militärpolitischen Pfeil im Köcher zu haben. Es war der transatlantischen Freundschaft nicht eben zuträglich, dass der Airbus-Konzern dem US-Konglomerat Boeing massiv das Wasser abgrub und dessen Wertschöpfung gefährdete. Als Gerhard Schröder, der lieber mit Putin in die Sauna ging anstatt zu George Bush zu wallfahrten, aus dem Amt gejagt war, pilgerte die neue, deutlich transatlantischere Kanzlerin Angela Merkel als Erstes am 12. und 13. Januar 2006 nach New York, um vor dem American Council on Germany zu versprechen: „Wir müssen uns entscheiden, ob wir uns in einem Kampf von Boeing gegen Airbus verklammern, oder ob wir uns auf die weit bedeutendere Frage konzentrieren, wie wir alle zusammen – mit unseren gemeinsamen Wertsystemen – mit China verfahren sollen.“ Ein Versprechen: die Entscheidung war gefallen. Thomas Enders stufte das einst als Faktor einer europäischen Souveränität von den Regierungschefs Frankreichs und Deutschlands konzipierte Konglomerat EADS/Airbus zu einer „globalen“ Dienstleistungsschmiede herunter.

Enders hatte es eilig, überall zu betonen, EADS/Airbus sei ein globales Unternehmen, das in China und Indien genauso zu hause sei wie in Hamburg-Finkenwerder. Besonders aber hat Enders es eilig, das einstmals europäische Konglomerat zu einem amerikanischen Unternehmen zu machen. Sicher hat er recht, wenn er anführt, die Marktchancen von EADS/Airbus seien in den USA besser, wenn man Produktionsstätten in die USA auslagere. Das ist indes ein rein kaufmännisches Argument. Denn eine solche Überlegung ignoriert großräumig, dass EADS/Airbus dereinst die Unabhängigkeit Europas von den USA ermöglichen sollte. Ingenieure in Indien, Russland, China und den USA arbeiten billig für EADS/Airbus. Das ist kostendämpfend. Aber ist es das, wofür die europäischen Steuerzahler Milliarden und Abermilliarden an Subventionen und unrentablen Gefälligkeitsaufträgen aufgebracht haben? Damit ein europäischer Wirtschaftsriese jetzt die USA billig bedient?

Dass wir uns nicht missverstehen: hier wird nicht eine Lanze gebrochen für einen neuen europäischen Imperialismus. Hier soll lediglich ganz schonungslos Tacheles geredet werden über die brutalen Machtrangeleien auf diesem Globus. Europa ist heute weiter von einer eigenständigen Interessenvertretung in der Welt entfernt als noch vor wenigen Jahren. Leute wie Thomas Enders in ihrem Kampf für die „Bande zwischen Deutschland und den USA“ haben ihr Scherflein dazu beigetragen.

Befassen wir uns abschließend noch mit dem Weltbild des Thomas Enders. Enders hat in den Achtziger Jahren vier Bücher geschrieben, die sich mit Sicherheitspolitik befassen. Da sich seitdem die geopolitische Szene radikal verändert hat, brauchen wir auf diese Quellen nicht mehr zurückzugreifen. Wir betrachten stattdessen die Mitschrift einer Rede, die Thomas Enders am 25. April 2006 in Hannover gehalten hat. Dortselbst verliehen die Karl Heinz Beckurts-Stiftung, der Siemens-Konzern sowie die DZ Bank (ein Dachverband der Genossenschaftsbanken) Auszeichnungen an verdiente Persönlichkeiten. Bei dieser Gelegenheit wird traditionell die Karl-Heinz-Beckurts-Gedächtnisrede von einem Ehrengast gehalten. Karl Heinz Beckurts war ein Kernphysiker und Manager bei Siemens, Mitglied im Deutschen Atomforum und ein exponierter Befürworter der Atomenergie. Beckurts wurde 1986 Opfer eines terroristischen Anschlags.

Die 19. Beckurts-Rede hielt 2006 Thomas Enders. Titel seiner Rede: „Globalisierung, Innovation und die risikoscheue Gesellschaft“. Zunächst beklagt Enders, dass die Deutschen im Gegensatz zu Chinesen und Indern so pessimistisch und angstvoll in die Zukunft schauten. Sie seien Angsthasen. Statt in Atomkraft steckten sie ihre Energie in Windkraft, und würden sich damit international abkoppeln. Und Enders frohlockt: „Ja, möglicherweise stehen wir ja sogar vor einer weltweiten Renaissance der Kernkraft.“ Wir spüren augenblicklich, dass uns die Atomkraft überall wieder aufgeschwatzt werden soll. Und Enders preist als nächstes den ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog, mit seiner 1996er Ruck-Rede. Besonders jener Herzog-Satz gefällt ihm: „Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem.“ Da stänkern doch tatsächlich Leute gegen den Ausbau der Airbus-Start- und Landebahn in Hamburg-Finkenwerder, weil diesen Typen einige Bäume wichtiger sind als Arbeitsplätze.

Enders referiert den aufrüttelnden Befund einer Bundeswehr-Studie. Danach haben 60% aller befragten Deutschen Angst vor Sozialkürzungen! Das Publikum in Hannover schüttelt die Köpfe: schließlich müssen sie selber sich ja mit lediglich 2 Millionen Euro Jahresgehalt zufrieden geben. Und Enders beklagt, dass lediglich 29% der befragten Deutschen Angst vor Terrorismus haben. Wir Deutschen sind noch nicht Weltniveau: überall sonst auf der Welt haben 60% der Befragten Angst vor Terrorismus. Hier muss noch viel getan werden: „Zahlen, die, so meine ich, deutlich machen, wie stark wir Deutschen noch immer in einer Binnensicht gefangen sind.“ Die Deutschen sind „ohne Weitsicht … ohne Realismus“.

Und eine nächste nationale Beschränktheit der Deutschen: die Deutschen investieren in umlagenfinanzierte Altersvorsorge anstatt ihr ganzes Erspartes in Aktien anzulegen. In den USA legt jeder Dritte sein Vermögen in Aktien an, aber nur 16% aller Deutschen tun das! „Stattdessen favorisieren wir Festgeldanlagen, Lebensversicherungen oder Immobilien … kurzum: wir leben in einer Kultur, die bescheidene, sogar sinkende, aber stabile Zinserträge der Teilhabe am globalen Wachstum vorzieht. Einer Kultur, die sich nicht beteiligt an den Chancen auf Wertzuwachs, die die Globalisierung eröffnet.“ Hier muss ein anderer „mindset“ in die Hirne implantiert werden. Zur Ehrenrettung von Enders sei gesagt, dass die Finanzszene im Jahre 2006 noch nicht so erbärmlich begossen aussah wie 2008. Aber gottseidank haben die Deutschen den kauzigen Ratschlägen von Enders denn doch nicht Folge geleistet. Auf diese Weise ist es um die deutschen Normalverbraucher noch weitaus besser bestellt als jene um Normalverbraucher in den USA, die jetzt nach einem arbeitsreichen Leben ohne jede Altersversorgung dastehen, da ihre Risikoanlagen schlicht verdampft sind.

Die Deutschen sind im internationalen Vergleich faule Säcke, findet Enders: „Bereitschaft zum Risiko, Interesse an Technologie und individueller Einsatz, also Fleiß sind dabei ausschlaggebende Faktoren.“ Und: Deutschland muss mehr in Forschung und Entwicklung investieren. Da kann man sofort zustimmen. Nur: wer hat denn dafür gesorgt, dass der staatliche Sektor der Grundlagenforschung so erbärmlich ausgedünnt worden ist? Waren das nicht vielleicht gewisse Spar-Apostel, die von marktradikalen Lobbyisten bearbeitet worden sind?

Und wieder das oft kopierte und nie erreichte glückselige Vorbild „Amerika“. Da gibt es doch in Deutschland Leute, die ziehen den Kopf ein und haben Angst vor Globalisierung. Ihre Angst und Adaptionsunfähigkeit rationalisieren sie dann durch „billige, unhinterfragte Polemik“ gegen unsere amerikanischen Freunde. Sie warnen völlig zu Unrecht vor „amerikanischen Verhältnissen“ in Deutschland. Sie wollen nicht sehen, dass Amerika synonym ist für „Erfolg“, also: unentwegt steigendes Pro-Kopf-Einkommen, nicht enden wollendes Wirtschaftswachstum, immer neue Arbeitsplätze:

„Wie vor 30 Jahren gehören auch heute rund 45 Prozent der amerikanischen Haushalte dem Mittelstand an – auch von einem Auseinanderdriften der Gesellschaft in Wohlhabende auf der einen Seite und ‚working poor‘ auf der anderen Seite kann keine Rede sein.“

Auf welcher Wolke schwebt Enders? Hat er nie einen Blick in die New York Times oder andere US-amerikanische Tageszeitungen geworfen? Nie die lautstarken Klagen US-amerikanischer Bürgermeister vernommen? Enders soll mir verraten, welche Droge er nimmt, mit der er graue Tatsachen derart rosarot zu sehen in der Lage ist. Aber Enders fabuliert weiter – befreit von jeder Empirie – von der größeren Produktivität in den USA, um schließlich zu jubilieren:

„Bleiben diese Trends intakt, so wird das Pro-Kopf-Einkommen der Amerikaner in weniger als 20 Jahren doppelt so hoch sein wie das der Deutschen.“

Die Deutschen sollen sich nichts einbilden auf ihren Titel als Exportweltmeister. Das sind sie nur, wenn man vom Güterxeport ausgeht. Zieht man die Dienstleistungen hinzu, dann sind doch wieder die Amerikaner die Größten. Wenn wir uns nicht anstrengen, dann wird Europa eine „Boutique Europa“. Dann sind wir nur noch ein Disneyland, das sich die Chinesen als Touristen angucken. Lieber sollten wir kämpfen für ein „Labor Europa“. Wir brauchen Eliteuniversitäten. Das ist eine Sache der „Strategiekultur“: alles hängt ab von der „klaren Sicht vor allem der Eliten hierzulande auf das, was zu tun ist.“

Demokratie? Auslaufmodell! Neue Führer braucht das Land!

Ein „neues Verständnis von Sicherheit und Risiko“ muss her. Deutschland muss „Toptalente ins Land holen“ (also doch nicht die eigenen Talente fördern? Den eigenen Mittelbau verkommen lassen und die Talente aus anderen Ländern aufkaufen, wie in den USA?) „Abbau von Regularien auf viel versprechenden Forschungsfeldern wie Gentechnologie und Pharma“. „Anerkennung für <sic!> Leistung und Erfolg. Und keine neuen, zusätzlichen Steuern!“ Also die Quadratur des Kreises: ein weiter ausgehungerter Staat mit einer bislang ungeahnten Spitzenleistung. „…keine kleinlichen Diäten-Diskussionen“. Denn auch der Politiker soll in Zukunft so viel verdienen wie Spitzenkräfte aus der freien Wirtschaft. Der „Dienst für das Vaterland“ muss wieder attraktiv werden (und nun schämt sich Enders schon wieder seiner deutschen Sprache und Kultur) für die „best and brightest“ nämlich. Also der Dienst am Vaterland wird erst dann erbracht, wenn man im Jahre mindestens zwei Millionen Euro von der Solidargemeinschaft der Steuerzahler ausgezahlt bekommt. Ein Fünf-Sterne-Patriotismus sozusagen.

Wenn wir diese Lektionen nicht lernen, dann droht uns „…Erfahrung durch Abstieg – also Lernen durch Schmerz …“ und jetzt folgt wieder das typische Kaudergewelsche der US-hörigen „Patrioten“; sonst kommt es nämlich zum „…point of no return …“

Der „Point of no return“ droht uns Europäern recht bald, wenn Leute mit der schlicht gewirkten Denkungsart eines Thomas Enders weiterhin unbehelligt von einer demokratischen Öffentlichkeit ihre Politik des Ausverkaufs europäischer Interessen an ein halluziniertes Idealamerika betreiben können.

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2 Gedanken zu “Galerie der Transatlantiker: Thomas „Tom“ Enders

  1. Der Begriff „Demokratie“ ist seit einiger Zeit in einer Phase der Verwandlung. Eine Diktatur im demokratischen Mantel.

    Exportweltmeister sind wir, da kann uns keiner mehr was vormachen. Der Export deutscher Interessen wird dem Bürger durch Scheindebatten und propagandafreudige TELE-VISIONEN verheimlicht. Ja, die DENKSCHABLONE erfüllt ihren Zweck.

    Deutschland braucht so einiges um den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Dazu muß sich das deutsche Volk als Einheit wiederfinden. Solange in jedem Haushalt min. ein Fernsehgerät seine Dienste tut wird es schwer.

    Welche Vorraussetzungen müssen geschaffen werden, um einen Systemwechsel überhaupt herbeiführen zu können?! Kurz und knapp ….

    FRIEDENSVERTRAG

    Wäre das nicht ein sinnvoller Anfang ?

    Mit freundlichen Grüßen

    Andreas Helten

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